„ISRAEL LEBT.“

FREUNDESKREIS

Solingen / Ness Ziona e.V., Am Israel Chai.

Schawuot – das jüdische Wochenfest

Symbolbild: KI generiert
Symbolbild: KI generiert

Bedeutung und Hintergrund

Schawuot vereint gleich mehrere religiöse und historische Bedeutungen in einem Fest. Im Zentrum steht die Erinnerung daran, dass Mose am Berg Sinai die Tora und die Zehn Gebote von Gott empfing. Gleichzeitig handelt es sich um ein Erntedankfest, mit dem in Israel der Beginn der Weizenernte gewürdigt wird. Hinzu kommt der Charakter als Wallfahrtsfest: In biblischer Zeit pilgerten die Gläubigen zum Tempel nach Jerusalem, um den Priestern dort ihre Erstlingsfrüchte als Opfergabe zu übergeben.

Termin

Der Festtag richtet sich nach Pessach und wird genau 50 Tage danach begangen. 2025 fiel Schawuot auf den 22. Mai.

Religiöse Feier

An den beiden Feiertagen finden Gottesdienste statt, bei denen aus dem 2. Buch Mose vorgelesen wird. Den Höhepunkt bildet die Lesung der Zehn Gebote, die nach einer eigenen, traditionellen Melodie vorgetragen werden. Passend zum Erntebezug schmücken die Gläubigen ihre Wohnungen und Synagogen mit Blumen, grünen Zweigen und Pflanzen – ein Sinnbild für die Erstlingsfrüchte aus alter Zeit.

Bräuche im Alltag

Gearbeitet wird an Schawuot nicht. Stattdessen werden zu Hause Feiertagskerzen entzündet, und die Familie kommt zu festlichen Mahlzeiten zusammen.

Typische Speisen

Auf dem Tisch finden sich vor allem Süß- und Milchgerichte: Käsekuchen, Palatschinken, Strudel und Blinzes gehören ebenso dazu wie gefüllte Teigtaschen, etwa Piroggen und Kreplach. Die Bevorzugung von Milchspeisen hat einen symbolischen Hintergrund – das hebräische Wort für Milch, „Chalaw“, ergibt nach jüdischer Buchstabenzahlenlehre den Wert 40 und verweist damit auf die 40 Tage, die Mose am Berg Sinai auf die Tora und die Zehn Gebote warten musste. Häufig werden die Speisen außerdem so geformt, dass sie an den Berg Sinai oder an die steinernen Gesetzestafeln erinnern, die Mose dort erhielt.